Borreliose

Unter dem Begriff Borreliose wird eine Gruppe unterschiedlicher Infektionskrankheiten zusammengefasst, deren hierzulande bekanntester Vertreter die sogenannte Lyme-Borreliose ist. Diese wird durch ein Bakterium namens Borrelia burgdorferi ausgelöst, welches in erster Linie durch Zeckenbisse, hierzulande selten auch durch Läusebisse übertragen werden können. Da in europäischen Staaten beinahe ausschließlich die Lyme-Borreliose zu finden ist, werden die beiden Begriffe häufig gleichgesetzt. Im Gegensatz zur Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die ebenfalls durch einen Zeckenbiss übertragen werden kann, gibt es keine Möglichkeit sich gegen die Borreliose impfen zu lassen. Aufgrund potentieller Langzeitschäden ist es wichtig, die Borreliose nach einer Infektion so schnell wie möglich zu erkennen und entsprechend zu behandeln.

 

Übertragung der Borreliose

Die Borreliose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die einzig und allein durch einen Insektenbiss in den menschlichen Organismus übertragen werden kann. Normalerweise sind für die Übertragung ausschließlich Zecken zuständig, seltener können auch Läuse, Pferdebremsen oder klassische Steckmücken das Bakterium mit ihrem Biss übertragen. Der genaue Übertragungsprozess findet erst am Ende der Blutmahlzeit einer Zecke statt, denn wenn diese satt ist, erbricht sie sich in die Wunde des Wirts. Durch dieses Erbrechen wird das Bakterium in die Wunde übertragen. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass jede fünfte Zecke als Wirt für das Bakterium fungiert. Da aber die Übertragung nach einem Biss erst am Ende der Mahlzeit stattfindet, kann das schnelle Entfernen einer Zecke die Übertragung unter Umständen verhindern.

 

Symptome und Testverfahren

Eine vollständige Diagnose der Borreliose ist nicht immer ganz einfach, da nicht alle Symptome eindeutig zuzuordnen sind und die Inkubationszeit bis zu 30 Tage andauern kann. Nach einer derart langen Zeitspanne werden oftmals eigentlich recht typische Symptome nicht mehr in Zusammenhang mit einem Zeckenbiss gebracht und dann häufig ignoriert. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Betroffene nach einem Zeckenbiss ein besonderes Augenmerk auf die Körperregion haben, in welcher der Biss erfolgte. Dort kann sich nämlich nach einiger Zeit die sogenannte Wanderröte zeigen. Hierbei handelt es sich um das wohl untrüglichste Zeichen für eine Infektion mit der Borreliose:

Die Wanderröte setzt zunächst an der Stelle ein, wo der Zeckenbiss stattgefunden hat. Es handelt sich um eine recht auffällige Hautrötung, die ihre Position im späteren Verlauf verändern kann. Parallel dazu werden häufig klassische Symptome einer Erkältung festgestellt, wie beispielsweise Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein Anstieg der Körpertemperatur.

 

Wird die Borreliose nicht in diesem ersten Stadium der Erkrankung festgestellt, kann das Bakterium mehr oder weniger ungehindert auch in andere Bereiche des Organismus eindringen und dort teilweise beachtliche Schädigungen verursachen. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Hirnhautentzündungen
  • Nervenlähmungen und -schmerzen
  • Lyme-Arthritis
  • Entzündungen des Herzens

Parallel zur ausführlichen Anamnese, mithilfe derer sich beispielsweise feststellen lässt, ob der Patient einem Zeckenbiss-Risiko ausgesetzt war, können verschiedene Testverfahren genutzt werden, um eine Infektion mit Borreliose eindeutig zu diagnostizieren. Dies ist insbesondere dann hilfreich, wenn die Wanderröte als Symptom ausbleibt.

 

Je nach Stadium der Infektion müssen anschließend die entsprechenden Behandlungsschritte erfolgen: In einem frühzeitigen Stadium inkludiert dies meist die Verabreichung eines Antibiotikums. Generell gilt: Je früher die Borreliose erkannt wird, umso geringer sind die Risiken für Spätfolgen. Genau deshalb sollte die Haut rund um den Zeckenbiss für bis zu sechs Wochen nach dem Biss beobachtet werden. Sollten hierbei Veränderungen auftreten, ist der Gang zum Hautarzt unvermeidlich.