Hämorrhoiden – Jeder zweite Deutsche über 30 ist betroffen

Der Begriff Hämorrhoiden entstammt der griechischen Sprache und lässt sich auf Deutsch in etwa mit „Blutfluss“ übersetzen. Auch wenn der Begriff bei vielen von uns negative Assoziationen weckt, handelt es sich bei Hämorrhoiden zunächst einmal um ganz normale Gefäßpolster, die in jedem menschlichen Enddarm vorhanden sind. Diese Gefäßpolster funktionieren wie Schwellkörper und dienen dazu den Darm abzudichten. Sie arbeiten dabei mit dem inneren sowie dem äußeren Schließmuskel zusammen und sind rund drei bis vier Zentimeter oberhalb des Afters positioniert. Erst wenn diese Hämorrhoiden sich in ihrer Größe verändern, kommt es zu einem sogenannten Hämorrhoidalleiden und dieses wiederum kann für Betroffene unangenehme und oftmals sogar schmerzhafte Folgen mit sich bringen.

 

 

Veränderungen der Hämorrhoiden – Erste Anzeichen und Ursachen

Hämorrhoidalleiden werden nicht selten auch als sogenannte Volkskrankheit bezeichnet, weil sie ab einer bestimmten Altersstufe verhältnismäßig häufig vorkommen. Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen und viele Forscher gehen davon aus, dass jeder zweite Deutsche jenseits der 30 mit einem Hämorrhoidalleiden zu kämpfen hat. Da viele Menschen den Gang zum Arzt vermeiden, ist von einer sehr hohen Dunkelziffer auszugehen.

 

Hämorrhoiden werden im Normalzustand gar nicht wahrgenommen und verursachen auch keine Probleme oder Beschwerden. Erst wenn Sie sich in der Größe verändern, können Symptome auftreten. Zunächst werden meist hellrote Blutungen auf dem Toilettenpapier festgestellt, später kann es zu unangenehmen Jucken und Brennen oder auch Nässen kommen. Die Veränderung der Größe der Hämorrhoiden lässt sich auf verschiedene Ursachen zurückführen. Bewegungsmangel, ballaststoffarme Ernährung, ein zu starkes Pressen beim Stuhlgang oder eine angeborene Bindegewebsschwäche können mögliche Ursachen sein. Auch eine mangelnde Analhygiene kann das Auftreten von Hämorrhoidalleiden negativ beeinflussen.

 

Bei einem Hämorrhoidalleiden staut sich das Blut in den Gefäßpolstern und kann nicht mehr wie gewohnt abfließen. Die Gefäße erweitern sich und werden je nach Stadium fühlbar bzw. stülpen sich während des Stuhlgangs nach außen. Eine Behandlung wird dann notwendig, kann aber schnell und unkompliziert umgesetzt werden. Hierfür muss der Arzt das Hämorrhoidalleiden nach dem Schweregrad definieren.

 

 

Die vier Stadien des Hämorrhoidalleidens

Hämorrhoidalleiden lassen sich in unterschiedliche Schweregrade oder Stufen unterteilen. Je nach Grad der Ausprägung werden dann vom Mediziner unterschiedliche Maßnahmen in die Wege geleitet, um Symptome und Beschwerden zu lindern.

 

  1. Stufe: Die Hämorrhoiden sind zwar bereits leicht angeschwollen, sind äußerlich aber noch nicht sichtbar und lassen sich auch nicht ertasten. Symptome:
  • vereinzelt hellrote Blutungen beim Stuhlgang

 

  1. Stufe: Die Hämorrhoiden haben sich sichtbar vergrößert und können beim Stuhlgang aus dem After gedrückt werden. Anschließend ziehen sich die Schwellkörper normalerweise direkt wieder zurück. Symptome:
  • Gefühl nicht abgeschlossener Stuhlentleerung
  • Brennen
  • Juckreiz
  • Blutungen
  1. Stufe: Die Hämorrhoiden treten nun immer stärker hervor und treten beispielsweise auch bei körperlicher Belastung aus dem After. Sie sind deutlich spürbar und sichtbar. Symptome:
  • Schmerzen
  • Nässen
  • Schleimabgang
  1. Stufe: Die Hämorrhoiden befinden sich jetzt meist dauerhaft außerhalb des Afters. Symptome:
  • Juckreiz
  • Schmerzen
  • Nässen
  • Schleimabgang
  • Stuhlinkontinenz

 

Untersuchung und Behandlung – Hämorrhoidalleiden erkennen und bekämpfen

Hämorrhoidalleiden lassen sich in allen vier Entwicklungsstadien wirksam bekämpfen. Hierfür ist mitunter jedoch eine medizinische Untersuchung beim Proktologen notwendig. Nur so kann das Hämorrhoidalleiden von anderen Erkrankungen wie beispielsweise einem Ekzem oder einer Analfissur unterschieden werden. Die Untersuchung dauert in der Regel nur wenige Minuten und ist für den behandelnden Arzt reine Routine. Anschließend können die passenden Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Dabei ist die Behandlung von akuten Beschwerden ebenso wichtig wie die Linderung von länger anhaltenden Symptomen. Normalerweise ist eine medikamentöse Behandlung ausreichend, bisweilen können in weiter fortgeschrittenen Stadien aber auch Operationen notwendig werden. Eine zeitnahe und zielgerichtete