Die Haut – universeller Schutzschild mit zahlreichen Aufgaben

Kaum einer von uns macht sich bewusst, was die Haut täglich für unseren Körper leistet. Mit knapp 2 Quadratmetern Fläche und rund 10 Kilogramm Gewicht, ist sie das größte und vielseitigste Organ des menschlichen Körpers.

 

  • Sie schützt
    Die Haut bewahrt unseren Organismus vor Verletzungen und Flüssigkeitsverlust. Sie verteidigt ihn gegen Krankheitserreger und schädliche UV-Strahlung.
  • Sie reguliert
    Damit der Körper immer die richtige Betriebstemperatur hat, greift die Haut regulierend ein. Bei Kälte werden die Gefäße verengt, damit weniger Wärme verloren geht. Droht dem Organismus Überhitzung, sondert die Haut Schweiß ab und sorgt so für Verdunstungskälte.
  • Sie nimmt auf, speichert und entsorgt
    Die Haut ist nicht undurchdringlich. Sie nimmt Stoffe von außen auf und leitet sie u. a. in die Blutbahn weiter. Sie kann Wasser, Salze, Zucker und Fett in der Unterhaut speichern. Gleichzeitig ist sie aber auch Ausscheidungsorgan. Zur Entlastung der Nieren werden Milchsäure und Harnstoff über die Haut abgegeben ebenso wie eine geringe Menge Kohlendioxyd.
    Außerdem bildet die Haut unter Sonneneinwirkung das wichtige Vitamin D.
  • Sie fühlt
    Vier Millionen Rezeptoren machen unsere Haut zu einem hoch spezialisierten Sinnesorgan. Die sensiblen Reaktionen auf Druck, Schmerz, Kälte und Wärme dienen dem Schutz des Körpers.
    Andererseits lassen uns die feinen Empfindungen auch die Umwelt erfahren und bescheren uns wunderbare Lustgefühle.

 

Der Aufbau der Haut

Damit die Haut als Allrounder tätig sein kann, hat sie einen ausgeklügelten Aufbau. Drei Schichten mit unterschiedlichen Funktionen machen unsere Haut zu einer wirklich außergewöhnlichen Hülle.

  • Die Oberhaut (Epidermis)
    Sie ist maximal 4 Millimeter dick und trotzdem ein robuster Schutzpanzer. Dafür sorgen fünf Schichten übereinander gelagerte, verhornte Hautzellen (Keratinozyten). Innerhalb von 4 Wochen wandern sie an die Oberfläche und werden dann als Hornschüppchen abgestoßen.
    Außerdem sitzen in der Keimschicht der Oberhaut die Melanozyten, die für die Braunfärbung der Haut verantwortlich sind, und die Langerhans-Zellen, die für das Immunsystem arbeiten.
  • Die Lederhaut (Dermis, Cutis oder Corneum)
    In dieser dicken Bindegewebslage aus Kollagenfasern sind die Blutgefäße, die Talg- und Schweißdrüsen, die Haarwurzeln sowie die Nervenrezeptoren untergebracht. Die Lederhaut ist auch ausschlaggebend, ob unsere Haut straff oder faltig aussieht. Je nachdem wie viel Wasser die Kollagenfasern noch binden können.
  • Die Unterhaut (Subcutis)
    Diese Schicht besteht aus losem Bindegewebe und vielen Fettzellen. Als Druckpolster schützen sie Organe, Muskeln und Knochen. Die kissenförmigen Fettzellen dienen zusätzlich als Energiespeicher und Wärmepolster.
    Auch die Unterhaut ist von Blutgefäßen und Nervenbahnen durchzogen.

 

Unterschiedlich wie die Menschen – die Hauttypen

Auch wenn die Haut immer gleich aufgebaut ist, ist sie in ihrer Erscheinungsform doch so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Verantwortlich dafür sind die Gene, die den Gesamtbauplan für unseren Körper liefern.

Damit Schutz, Pflege und Beurteilung der Haut besser möglich sind, wird sie in unterschiedliche Typen eingeteilt.

 

Hauttypen nach Sonnenbrandrisiko

Eine der Aufgaben unserer Haut ist es, den Organismus vor UV-Strahlung zu schützen. Aber nicht jede Haut ist dafür gleich gut ausgestattet. Anhand der Reaktionen der Haut auf UV-Strahlung lassen sich 6 Hauttypen unterscheiden.

 

Hauttyp I (keltischer Typ)

  • Sehr helle Haut, Sommersprossen
  • Helle Augen (blau oder grau)
  • Blondes bis rotblondes Haar
  • Keine Bräunung
  • Sonnenbrandschwelle ca. 10 Minuten
  • 2% der Bevölkerung in Deutschland

 

Hauttyp II (nordischer Typ)

  • Helle Haut, oft Sommersprossen
  • Helle Augen (blau, grün, grau, braun)
  • Blondes bis braunes Haar
  • Mäßige Bräunung
  • Sonnenbrandschwelle 10 bis ca. 20 Minuten
  • 12% der Bevölkerung in Deutschland

 

Hauttyp III (Mischtyp)

  • Mittelhelle Haut, selten Sommersprossen
  • Helle oder dunkle Augen
  • Dunkelblondes bis braunes Haar
  • Einfache Bräunung
  • Sonnenbrandschwelle 20 bis ca. 30 Minuten
  • 78% der Bevölkerung in Deutschland

 

Hauttyp IV (mediterraner Typ)

  • Bräunliche bis olivfarbene Haut
  • Braune bis dunkelbraune Augen
  • Dunkelbraunes bis schwarzes Haar
  • Schnelle, tiefe Bräunung
  • Sonnenbrandschwelle 30 bis ca. 45 Minuten
  • 8% der Bevölkerung in Deutschland

 

Hauttyp V (dunkler Hauttyp)

  • Dunkle Haut
  • Dunkelbraune Augen
  • Schwarzes Haar
  • Wenig empfindliche Haut
  • Sonnenbrandschwelle ca. 60 Minuten
  • Vorwiegend Menschen aus Nordafrika und Asien

 

Hauttyp VI (schwarzer Hauttyp)

  • Schwarze Haut
  • Dunkelbraune Augen
  • Schwarzes Haar
  • Unempfindliche Haut
  • Sonnenbrandschwelle 90 Minuten
  • Vorwiegend Menschen aus Zentralafrika und Australien

 

Die  Gesichtshauttypen

Geht es um die Hautpflege, besonders im Gesicht, sind andere Kriterien für eine Einteilung der Haut entscheidend. Auch Geschlecht und Alter spielen hier eine wichtige Rolle.

 

Normale Haut

Der Idealzustand, leider nur selten anzutreffen. Der Säureschutzmantel ist intakt, die Haut besitzt genau die richtige Menge an Fett und Feuchtigkeit. Sie sieht rosig, glatt und geschmeidig aus.

 

Fettige Haut

Eine Überproduktion an Talg lässt die Haut fettig und grobporig aussehen. Pickel und Unreinheiten sind die Folge. Die Haut wirkt dick und ist schlecht durchblutet.

 

Trockene Haut

Hier fehlen Talg und Feuchtigkeit. Die Haut neigt zu Fältchenbildung, sie ist glanzlos, schuppt schnell und spannt. Der Säureschutzmantel ist nur sehr dünn.

 

Mischhaut

Es gibt Zonen mit fettiger Haut und Zonen mit trockener bzw. normaler Haut. Besonders in der T-Zone (Stirn, Nase, Kinn) ist sie fettig, da dort die meisten Talgdrüsen sitzen.

 

Egal ob es um Sonnenschutz oder Schönheits-Treatments geht, an erster Stelle steht immer die Bestimmung des Hauttyps, um passende Maßnahmen zu ergreifen.