Krätze (=Scabies)

Bei der Krätze handelt es sich um eine parasitäre Hauterkrankung, deren Name unmittelbar mit ihrem auffälligsten Symptom verbunden ist: Wer unter Krätze leidet, verspürt meist einen starken Juckreiz und muss sich kratzen. Dieser Juckreiz ist auf eine Immunreaktion des Körpers zurückzuführen. Verallgemeinert wurde die Krätze häufig als Krankheitsbild beschrieben, dem unhygienische Lebensumstände zugrunde liegen. Dieses Vorurteil ist allerdings für sich allein genommen nicht korrekt: Infektionen mit Scabies treten generell besonders häufig dort auf, wo viele Menschen auf engem Raum zusammentreffen. In Kindergärten, Altenheimen aber auch in anderen vergleichbaren Einrichtungen kommt es besonders schnell zu einer Ansteckung mit der parasitären Hauterkrankung. Schlechte hygienische Verhältnisse sind dabei meist lediglich eine Einflussgröße, die eine beschleunigte Ausbreitung unterstützt. Krätze lässt sich mit den richtigen Präparaten grundsätzlich unkompliziert behandeln, eine fundierte Diagnose ist hierfür aber der erste und wichtigste Schritt.

 

 

Die Krätzemilbe und ihre Folgen für die Haut

Wie bei vielen Hauterkrankungen können auch die Symptome bei der Krätze auf eine Abwehrreaktion des Körpers zurückgeführt werden. Auslöser für diese Abwehrreaktion ist die sogenannte Krätzemilbe. Hierbei handelt es sich um eine Milbe, die zwar nur maximal bis zu 0,5 mm groß ist, die der menschlichen Haut aber dennoch einen beachtlichen Schaden zufügen kann. Die weiblichen Krätzemilben durchbohren die Oberhaut ihres Wirts in einem Gängesystem. In diesem Gängesystem legen sie nicht nur ihre Eier ab, sondern sie hinterlassen dort auch ihren Kot. Als Immunreaktion auf diese „Hinterlassenschaften“ können verschiedene körperliche Abwehrreaktionen auftreten:

  • Juckreiz
  • Bildung von Bläschen und Quaddeln
  • Kratzwunden
  • Furunkel

In Abhängigkeit von der Stärke des Befalls und den individuellen Lebensgewohnheiten kann die Inkubationszeit bei der Krätze bis zu sechs Wochen betragen. Oftmals treten erst anschließend die ersten Anzeichen auf. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr dürfen Betroffene laut Infektionsschutzgesetz für die Dauer ihrer Erkrankung keine Tätigkeiten in öffentlichen Einrichtungen verrichten und sich dort auch nicht aufhalten. Betroffene Körperstellen sind vor allem relativ warme Körperregionen, die nur eine geringe Hornschicht aufweisen. Dazu zählen die Achseln, der Bauchnabel, die Fingerzwischenräume und auch die Genitalien.

 

 

Behandlungsmethoden und Therapien

Als parasitäre Hauterkrankung lässt sich die Krätze nach der zugehörigen Diagnose im Normalfall relativ unkompliziert behandeln. Dabei kommen passende Medikamente entweder innerlich (systemisch) oder äußerlich (lokal) zur Anwendung. Die Wahl zwischen den beiden Therapieformen ist abhängig vom Ausmaß der Erkrankung sowie verschiedenen weiteren Faktoren. Die lokale, sprich äußere Therapie wird in der Regel mithilfe von Cremes durchgeführt, die einen Wirkstoff enthalten, welcher toxisch auf die Krätzemilbe sowie ihre Nachkommen wirkt. Bei der systemischen Therapie werden Tabletten eingenommen, deren Wirkstoffkonzentration sich in der Regel am Körpergewicht des Erkrankten bemisst.

 

Wer von der Krätze betroffen ist, sollte auf die Umsetzung diverser hygienischer Maßnahmen achtgeben: Kleidungsstücke, die mit der Haut in Berührung kommen, sind regelmäßig zu reinigen. Alternativ empfiehlt es sich auch diese Kleidungsstücke über einen kurzen Zeitraum hinweg einzufrieren, da Krätzemilben kälteempfindlich sind und diese Prozedur nicht überleben. Auch das Einlagern in Plastiksäcken kann hilfreich sein, da Krätzemilben außerhalb des menschlichen Körpers nicht genügend Nahrung finden und binnen weniger Tage absterben. Die individuell bestmögliche Behandlungsmethode sowie weitere sinnvolle Schritte besprechen unsere ausgebildeten Fachärzte gern mit Ihnen.