Übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose)

Schwitzen ist für unseren Körper eine völlig normale Reaktion und sogar lebenswichtig zur Regulation unserer Körpertemperatur. Einige Personen schwitzen jedoch besonders stark – vorwiegend an Handflächen und Fußsohlen, teils aber auch in den Achselhöhlen. Das ist für den Stoffwechsel dieser Personen völlig normal, kann jedoch aus kosmetischen und/oder sozialen Gründen zu einem erheblichen Leidensdruck führen. Nicht zu verwechseln mit diesem lokal auftretenden Krankheitsbild ist die generalisierte Hyperhidrose – also ein übermäßiges Schwitzen am ganzen Körper, teils auch während der Nacht. Dahinter können sich unter Umständen ernsthafte Erkrankungen verbergen, sodass eine rasche Abklärung dringend erforderlich ist.

 

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Cape Town, South Africa

Therapie

  • Aluminiumchlorid-Behandlung
    Präparate mit diesen Wirkstoffen finden sich aus als sogenannte Antitranspirantien in Drogeriemärkten und Apotheken. Für Patienten, die unter Hyperhidrose leiden, werden diese Substanzen jedoch in einer individuell abgestimmten Rezeptur von der Apotheke hergestellt und weisen dabei i.d.R. eine wesentlich höhere Wirkstoff-Konzentration auf. Ähnlich wie ein Deodorant wird das Präparat einige Male pro Woche aufgetragen (meist vor dem zu Bett gehen) und kann bei 60% der Betroffenen das Schwitzen an Händen, Füßen und Achselhöhlen erheblich reduzieren. Ziel der Therapie ist die dauerhafte Rückbildung überzähliger Schweißdrüsen.

 

  • Medikamentöse Therapie (zum Einnehmen)
    Bei Bedarf beraten wir Sie gerne zu Präparaten, die den Stoffwechsel selbst beeinflussen, sodass der Organismus weniger zum Schwitzen neigt. Hier kommen i.d.R. sogenannte Anticholinergika zum Einsatz. Die teilweise auftretenden Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit und Mundtrockenheit sollten bei der Entscheidung Berücksichtigung finden.

 

  • Iontophorese
    Gerade an Handflächen und Fußsohlen, teils aber auch in den Achselhöhlen, kann diese Therapieform zum Einsatz kommen. Mittels Wasserbad wird ein schwacher elektrischer Strom durch die betreffenden Hautpartien geleitet. Bei regelmäßiger Anwendung über einen längeren Zeitraum konnten hierbei bislang teilweise sehr gute Erfolge erzielt werden. Einige Krankenkassen übernehmen sogar die Kosten für die erforderlichen Geräte, sodass der Patient die Therapie zu Hause selbst anwenden kann.

 

  • Botulinumtoxin (Botox®)
    Bei starkem Schwitzen in den Achselhöhlen oder an den Handflächen lassen sich mit dieser Therapie äußerst gute Erfolge erzielen. Es wird zunächst eine Betäubungscreme auf die betroffenden Hautareale aufgetragen. Anschließend werden geringe Menge Botulinumtoxin injiziert. Wenige Tage später tritt die Wirkung ein und hält dann i.d.R. für ca. 6 Monate an.

 

  • Operative Therapie
    Mittels unterschiedlicher Verfahren können Schweißdrüsen entfernt werden. Auch nach der Operation kommt es jedoch bei einem Teil der Patienten nach einiger Zeit wieder zu übermäßigem Schwitzen.

 

  • Nervenblockaden
    Durch Blockade der entsprechenden Nervenfasern kann das Signal, das der Körper an die Schweißdrüsen vermittelt, unterbrochen werden. Diese meist sehr effektive Therapie sollte aufgrund der möglichen Komplikationen jedoch nur bei schweren, anderweitig nicht therapierbaren Fällen zum Einsatz kommen.

 

  • Microneedling
    Die Radiofrequenz-Thermotherapie (RFTT) ist eine alternative Behandlungsmethode bei Hyperhidrose im Achselbereich.